Belebungsbecken

Nach der Entfernung der gröberen ungelösten Stoffe in der mechanischen Reinigungsstufe ist der größte Anteil der Schmutzstoffe noch im Abwasser enthalten. Es handelt sich dabei um gelöste/partikuläre organische/anorganische Kohlenstoff-, Stickstoff- und Phosphorverbindungen. Im biologischen Teil der Abwasserreinigung werden überwiegend die organischen gelösten Verbindungen durch mikrobiologische Abbau- oder Umsetzungsprozesse aus dem Abwasser entfernt. Dies entspricht prinzipiell den Selbstreinigungsvorgängen in natürlichen Oberflächengewässern. Mittels einer entsprechenden verfahrenstechnischen Auslegung erfolgt die Entfernung der Schmutzstoffe innerhalb weniger Stunden.

Beim Abwasserverband »Obere Lutter« liegen zwei hintereinander geschaltete Belebungsverfahren mit jeweiligem Absetzbecken vor. Diese Betriebsweise wird infolge einer damaligen Klärwerkserweiterung durchgeführt. Bis zum Jahr 2005 fand in der 1. Belebungsstufe eine reine Kohlenstoffentfernung bei hoher Schlammbelastung und geringem Schlammalter statt. Die 2. Belebungsstufe diente bei geringer Schlamm­belastung und hohem Schlammalter der Nitrifikation. Derzeit läuft in beiden Belebungsstufen eine intermittierende Denitrifikation ab.

Der Abwasserstrom wird in der 1. biologischen Stufe auf zwei bau- und volumengleiche Umlaufbecken mit einem Gesamtvolumen von 5.000 m³ aufgeteilt. Die folgende Beschreibung über die technische Ausrüstung bezieht sich aufgrund der Analogie nur auf ein Belebungsbecken. Als Einlaufbauwerk ist ein Quelltopf ähnlicher Einlauf vorhanden, der einerseits eine Gleichverteilung des Abwassers in beide Becken sicherstellt und andererseits ein Zurückfließen in den Zulaufkanal bei niedrigem Zufluss verhindert. Neben dem Quelltopf wird der Rücklaufschlamm eingeleitet. Somit ist eine erste Vermischung zwischen konzentrierter Mikroorganismen- und abzubauender Schmutzstoffmenge geschaffen. Bis zu drei gleichzeitig laufende Oberflächenbelüfter, Mammutrotoren tragen den für den aeroben Abbau und die Nitrifikation benötigten Sauerstoff in das Abwasser ein. Die Regelung der Belüftung erfolgt über eine kontinuierliche Ammoniumstickstoff-Online-Messung. Die Ammoniumstickstoff­grenzwerte für das Ein- bzw. Ausschalten variieren in Abhängigkeit von der Jahreszeit und der damit verbundenen Nitrifikationsleistung der Mikroorganismen. Zur Unterstützung der Durchmischung von Mikroorganismen mit Nährstoffen und Sauerstoff sowie der Vermeidung von Schlammablagerungsbereichen ist neben den Oberflächenbelüftern ein langsam drehendes Tauchmotorrührwerk installiert.

Daten Belebungsbecken:
Bauform:2 Umlaufbecken
Verfahrensweise:intermittierende Denitrifikation
Gesamtvolumen:VBB1 = 5.000 m³

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