Kalkdosierungsanlage

Für eine prozessstabile biologische Stickstoffoxidation muss eine Säurekapazität von 1,5 mmol/l im Ablauf der Belebung eingehalten werden. Die Säurekapazität wird durch die Konzentration der zu nitrifizierenden Ammoniumionen beeinflusst. Des Weiteren wirken sich die Leistungsfähigkeit der Denitrifikation in den biologischen Stufen und die  Rückspülabwässer aus der Festbettdenitrifikationsanlage und der Flockungsfiltrationsanlage aus.

Bevor die Verfahrensweise von nitrifizierend zu intermittierend umgestellt wurde, lag beim Abwasserverband »Obere Lutter« insgesamt eine zu geringe Säurekapazität vor. Zur Stabilisierung wurde dem Abwasser im vorgeschalteten Denitrifikationsbecken Kalk zudosiert. Die Regelung der Kalkzugabe erfolgte über eine pH-Wert-Messung. Dabei wurde ein pH-Bereich zwischen 6,8 - 7,1 eingestellt.

Die vorhandene Anlagentechnik besteht aus einer Branntkalkbevorratungs-, Lösch- und Dosierstation. Der Branntkalk, Weißfeinkalk, wird in einem 35 m³ großem Silo gespeichert und bei einer Löschtemperatur > 50 °C zu einer 10 %-igen Kalkmilch abgelöscht. Nach dem Überlaufprinzip wird die abgelöschte Kalkmilch in einen Speicherbehälter gefördert. Von dort aus dosiert eine Kreiselpumpe die Suspension in das vorgeschaltete Denitrifikationsbecken.

Durch die Denitrifikationsphasen bei der derzeitigen intermittierenden Betriebsweise reicht die vorliegende Säurekapazität aus, so dass eine Kalkdosierung zur Zeit nicht nötig ist.

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